SOB im Dialog

Was ist SOB im Dialog?

Führungskräfte der Südostbayernbahn stehen den Fahrgästen Rede und Antwort. Konstruktive Kritik, Fragen, oder Verbesserungsvorschläge, alles ist erlaubt. Natürlich freuen wir uns auch über Lob. Kommen Sie mit uns ins Gespräch - wir freuen uns auf Sie!

Ihre Fragen - unsere Antworten

In den letzten Wochen und Monaten fanden wieder einige Runden des Formats "SOB im Dialog" statt. Führungskräfte der Südostbayernbahn waren in unseren Zügen unterwegs, um mit Ihnen in den Dialog zu treten. Wir möchten uns an dieser Stelle für die Teilnahme, Gespräche und Begegnungen bedanken. Ihr Feedback trägt wesentlich dazu bei, uns stetig zu verbessern und das Reisen in unseren Zügen noch angenehmer zu gestalten. Natürlich haben wir uns auch über Lob gefreut, das Sie uns mitgegeben haben.

Im Folgenden möchten wir die Fragen, die vielen Fahrgästen unter den Nägeln brannten noch einmal gesammelt und für alle Kunden jederzeit einsehbar beantworten:

Wann wird die Fahrzeugflotte der Südostbayernbahn - insbesondere die Triebwagen der Baureihe VT 628 - erneuert?

Im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums plant, finanziert und kontrolliert die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Um das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln, hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) im damaligen Wettbewerbsverfahren auch Gebrauchtfahrzeuge zugelassen. Die Auswahl des Herstellers und des Modells oblag den Anbietern. Während nun auf der Strecke München – Mühldorf ein Großteil der Fahrzeuge für mindestens 140 Kilometer pro Stunde geeignet und mit Klimaanlagen ausgerüstet sein muss, können auf den weiteren Strecken Zuggarnituren mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 120 Kilometern pro Stunde und ohne Klimaanlagen eingesetzt werden. Die aktuell eingesetzten Triebwagen sind in einem technisch einwandfreien und gepflegten Zustand. Bereits in den vergangenen Jahren wurden sie teilweise modernisiert, sodass ihr weiterer Einsatz bis 2024 geplant ist. Die Außenhüllen der Fahrzeuge wurden einer intensiven Grundreinigung und Wiederauffrischung unterzogen. Außerdem wurden in den Triebwagen die Bezüge der Sitz- und Rückenpolster sowie der Kopfstützen erneuert. Darüber hinaus wurden Monitore mit einem neuen Fahrgastinformationssystem installiert und die Toiletten mit einem neuen Design versehen.

Wann wird die Fahrzeugflotte der Südostbayernbahn mit WLAN ausgestattet?

Seit August 2016 ist ein Triebwagen (VT 628) im Streckennetz der Südostbayernbahn unterwegs, der mit kostenlosem WLAN ausgestattet ist. Dieser Triebwagen ist mit auffälligen Fensteraufklebern sowie Stickern im Innenraum gekennzeichnet. Seither sind bereits viele nützliche Erkenntnisse gewonnen worden. Dieses Fahrzeug ist auch weiterhin unterwegs, um das System zu optimieren und weitere Daten zu gewinnen. Wir stehen derzeit in engem Kontakt mit unserem Aufgabenträger, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), und haben alle notwendigen Unterlagen als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Der Freistaat Bayern prüft, ob und gegebenenfalls in welcher Form WLAN in den Zügen im Bahnland Bayern vorgeschrieben wird.

Wieso werden in den Triebwagen keine Klimaanlagen nachgerüstet?

Eine Klimaanlage benötigt eine entsprechende Motorleistung. Leider ist das Fahrzeug mit einer Motorleistung von 485kw bereits im jetzigen Zustand an dessen Leistungsgrenze angekommen, weshalb das Nachrüsten von Klimaanlagen nicht möglich ist.

Wieso funktionieren die Klimaanlagen in den Doppelstockwagen nicht immer reibungslos?

Wir wissen, dass wir bei einzelnen Zügen und Wagen nicht die Wohlfühltemperatur erreichen, die für ein angenehmes Empfinden sorgt. Laut Kundenrückmeldungen - für die wir immer sehr dankbar sind – liegt das Problem insbesondere in den 1. Klasse-Wagen. Wir befinden uns hier aktuell in der Ursachenforschung und gehen mehreren Möglichkeiten nach. Es wurden beispielsweise Anpassungen an der sogenannten Vorheizphase vorgenommen, Glaswände in der 1. Klasse ausgebaut und Zeiten, in denen die Wagen stromlos sind, vermindert. Nun prüfen wir, ob die Maßnahmen greifen, oder ob wir weitere Maßnahmen einleiten müssen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir das Problem kennen, ernst nehmen und mit Hochdruck daran arbeiten, es zu beheben.

Weshalb treten immer wieder Türstörungen auf und wieso können diese nicht schneller behoben werden?

Die Sicherheit an den Türen hat höchste Priorität. Dementsprechend viele Lichtschranken, Druck- und Endschalter sind an den Schwenkschiebetüren verbaut und demzufolge sensibel ist diese Technik. Ein Türrechner steuert und überwacht das ordnungsgemäße Funktionieren der Türen.

Im Normalfall zeigt der Türrechner am Wagen eine auftretende Störung an. Der Lokführer sieht, dass (irgendwo im Zugverband) eine Türstörung vorliegt und teilt dies dem Zugbegleiter mit. Dieser wiederum muss nun den entsprechenden Wagen suchen und die Störung beheben.

Leider kommt es auch ab und zu vor, dass der Türrechner am Wagen trotz Störung keine Störung anzeigt und außerdem keine auswertbaren Aufzeichnungen der Störung speichert. Somit können keine Historie-Daten abgerufen werden, um Wagen für Wagen zu prüfen und auszuwerten. In diesem Fall kann die Störung meist nicht sofort behoben werden. Es muss also manuell verglichen werden, welche Wagen sich an den jeweiligen Störungstagen im Zugverband befanden. Anschließend wird über das Ausschlussverfahren der betroffene Wagen lokalisiert, indem nach und nach einzelne Wagen aus dem Verkehr gezogen und untersucht werden.

Die Türstörungen treten meist unvermittelt und ohne erkennbares Muster auf. Es kommt aber auch vor, dass verspätet ein- oder aussteigende Fahrgäste die zulaufende Tür mit Gewalt auf- bzw. zurück drücken. Hier stellt der Türrechner eine Störung fest und verhindert die Weiterfahrt. Deshalb möchten wir auch an alle Fahrgäste plädieren, sorgsam mit den Türen umzugehen.

Was hat der unangenehme Gong, der immer wieder mehrmals hintereinander in den Doppelstockwagen ertönt, auf sich?

Der Gong hat für den Kunden keine spezielle Funktion und ertönt daher auch nicht gewollt im Fahrgastraum. Dieser Gong tritt leider dennoch immer wieder in denjenigen Zügen auf, die mit zwei Loks der Baureihe 245 bespannt sind und ohne Steuerwagen verkehren. Diese Loks des Herstellers Bombardier befinden sich immer noch in der Weiterentwicklungs- und Optimierungsphase. Bombardier ging ursprünglich davon aus, dass bei der Bahn ausschließlich Züge im sogenannten Wendezugbetrieb mit Steuerwagen verkehren. Da das Fahrgastinformationssystem ohnehin in jedem Steuerwagen verbaut ist, ist es nicht in den Loks der Baureihe 245 integriert.

In unserem Streckennetz ist diese Annahme allerdings nicht immer richtig, da es Züge gibt, die ohne Steuerwagen und stattdessen mit zwei Loks an Zugspitze und -ende verkehren. Grund für diese Art von Zugkonfiguration ist, dass wir die Leistung von zwei Loks für Züge mit vielen Doppelstockwagen benötigen, um den Fahrplan einhalten zu können.

Nun zum eigentlichen Problem - dem "Pseudogong": Aufgrund der nicht vorhandenen Eingabemöglichkeit des Fahrgastinformationssystems in den Loks der Baureihe 245 müssen wir uns aktuell bei den genannten Zügen einer Übergangslösung bedienen, um das jeweilige Zugziel anzuzeigen. Die Eingabe des Zugziels ist eine verpflichtende Vorgabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die wir entsprechend umsetzen müssen. Diese Übergangslösung sieht vor, eine Eingabemöglichkeit in den 1. Klasse-Wagen für das Zugziel zu verwenden. Leider harmoniert die Systemversion des 1. Klasse-Wagens nicht optimal mit dem System der Lok der Baureihe 245, wodurch es immer wieder zum Ertönen des Gongs kommt.

Um das Problem der Zugzieleingabe und des unerwünschten Ertönens des Gongs zu lösen, wird nun ein Zusatzprogramm auf die Systeme der Loks der Baureihe 245 aufgespielt. Gleichzeitig kann die Eingabe im 1. Klasse-Wagen entfallen, sodass das Fahrgastinformationssystem auch ohne Steuerwagen reibungslos funktioniert und die Zugzieleingabe vorgenommen werden kann. Ab dem 21. August 2017 soll hierdurch der "Pseudo-Gong" der Vergangenheit angehören.

Wann stehen die zusätzlichen 1. Klasse-Wagen und damit zusätzliche Platz-Kapazitäten für die 1. Klasse-Kunden zur Verfügung?

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 und Start unseres neuen Verkehrsvertrags wurden die alten, einstöckigen Reisezugwagen (n-Wagen) auf der „Münchner Strecke“ ausrangiert und durch Doppelstockwagen ersetzt. Der 1. Klasse-Bereich der zusätzlichen Wagen muss jedoch neu gestaltet werden, um den Kunden weiterhin den gewohnten Komfort bieten zu können. Allerdings hat der Sitzhersteller „Grammer“ mit Lieferproblemen zu kämpfen, wodurch sich der Umbau dieser 1. Klasse-Wagen weiterhin verzögert. Den zunächst genannten Ersatz-Liefertermin des Materials Mitte Juni 2017 konnte der Sitzhersteller abermals nicht einhalten. Der neue offizielle Liefertermin ist nun für Ende September 2017 angesetzt, allerdings ist es schwer einzuschätzen, ob die Zusage dieses Mal wirklich eingehalten wird. Wir haben bereits die Beschaffung der Sitze von einem alternativen Hersteller geprüft. Jedoch sind hiermit ein langer Einkaufsprozess, ein erneutes Brandschutzgutachten sowie eine Einbaugenehmigung notwendig, was wiederum mehrere Monate in Anspruch nehmen würde und damit nicht zielführend erscheint.

Uns ist bewusst, dass unsere 1. Klasse-Kunden durch diesen Umstand Komforteinbußen hinnehmen müssen. Deshalb haben wir bereits allen Abo-Kunden der 1. Klasse als Entschädigung einmalig einen Betrag in etwa der Höhe einer halben Monatsrate des Abonnements erlassen.

Wieso können oftmals die Züge aus Richtung Mühldorf trotz planmäßiger Ankunft vor München Ost nicht in den Münchner Ostbahnhof einfahren?

Leider sind die infrastrukturellen Bedingungen am Ostbahnhof kombiniert mit der hohen Frequentierung keine optimalen Voraussetzungen. Kleinste Unregelmäßigkeiten eines Zuges am Ostbahnhof verursachen Verspätungen bei vielen Weiteren. Wir versuchen dennoch, die Situation zu verbessern und sind in Kontakt mit den zuständigen Kollegen in München.

Die Toiletten in den Triebwagen geben unangenehme Gerüche in den Fahrgastraum ab - was wird dagegen unternommen?

Ein voll werdender Fäkalienbehälter kann trotz verschließender Bauteile zu einer Geruchsbelästigung führen. Die Fahrzeuge sind von früh morgens bis spät in die Nacht unterwegs und befördern dementsprechend viele Fahrgäste. Wir führen das Fahrzeug bei jeder Gelegenheit einer Entsorgungsstelle zu, um den Fäkalienbehälter zu entleeren. Wird uns eine Geruchsbelästigung durch das Zugpersonal gemeldet, wird das Fahrzeug bei nächster Gelegenheit sofort getauscht und aus dem Umlauf genommen. Auffällige Fahrzeuge werden der Werkstatt zugeführt und überprüft.

Für weitere Fragen, Lob und Kritik steht Ihnen unser Kundendialog gerne zur Verfügung: